Mirador Humboldtblick in La Orotava
TENERIFFA / SPANIEN: Nach elf Jahren Renovierungsarbeiten und politischem Ränkespiel ist der markante Aussichtspunkt Mirador Humboldt in La Orotava endlich wieder das, was er sein sollte: Ein außergewöhnlicher Ort, an dem man den herrlichen Ausblick über die Nordwestküste Teneriffas genießen kann.
Noch besser ist, dass es nicht nur ein Aussichtspunkt für ein Erinnerungsfoto ist, sondern auch ein Restaurant. Derzeit findet der Gast auf einer großen Aussichtsterrasse mit Panoramablick einen idealen Ort für eine Auszeit vom Alltag. Demnächst wird außerdem ein Restaurant im Inneren eingeweiht, das vor allem durch seine riesigen Panoramafenster Atmosphäre schafft. In der Zwischenzeit ist die Terrasse eine perfekte Alternative. Dabei ist die Karte genauso mit der Figur des großen deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt verknüpft, wie mit dem typisch Kanarischen.
So kann man sich bei einem Kaffee „Sonnenuntergang mit Humboldt“, bestehend aus Kaffee, Likör 43, Rum und Sahne, einem Tässchen „Anthurium“, das ist Kaffee mit Schokolade und dem Likör Tía Maria oder einem Eiskaffee „Mirador“ mit Vanilleeis, Amaretto und Gofio ein perfektes Kaffeepäuschen gönnen. Oder man wärmt sich bei einer heißen Schokolade „Pico Teide“, mit weißen und dunklen Schokoladenstückchen und Sahne auf.
Aber nicht nur der Sonnenuntergang ist auf dem Aussichtspunkt ein Erlebnis, schon am Morgen kann man den Tag mit einem etwas ausgefallenen Frühstück beginnen. Zur Auswahl steht zum Beispiel das Frühstück „Canario“ mit einer Brot- und Brötchenauswahl, Feigenbutter mit Kerbel und Joghurt mit kanarischem Honig. Das „Romeria-Frühstück“ ist um Kekse mit Quittenmarmelade und Frischkäse, Chorizo, Gofio und ein hartes Ei erweitert. Das Humboldtfrühstück besteht unter anderem aus Ei mit Lendenstückchen vom schwarzen kanarischen Schwein und Honig – die perfekte Art, einen schönen Tag zu beginnen. Das Restaurant wartet aber auch mit anderen Spezialitäten der kanarischen Küche auf. So gibt es zum Beispiel Bananen-Kroketten, kanarische Käsespezialitäten, Salatvariationen, ein leckeres Süppchen oder den typischen Eintopf „Ropa Vieja“, was wörtlich so viel wie „alte Kleidung“ bedeutet. Auch die Hauptgänge orientieren sich an ausgefallenem Inseltypischem, wie einer Grillplatte vom schwarzen kanarischen Schwein. Hinter „Catalejo Humboldt“ verbirgt sich eine Zusammenstellung aus verschiedenem Fleisch mit Bataten-Salat, Senfhonig, Apfelkompott und Kerbel-Aioli. Als Dessert werden Mousse, Tiramisú und Leche de Gofio angeboten.
Wer nur einen kleinen Zwischenstopp einlegen möchte, kann sich auch einfach nur ein Sandwich oder Kaffee und Kuchen bestellen. Oder wie wäre es mit einem perfekten Sonnenuntergangsdrink in Cocktailform? Der „Placer de Canarias“ (Kanarischer Genuss) besteht zum Beispiel aus Banane mit Bananenlikör, Schokoladensirup und Eis. „Puerto de la Cruz“ ist ein eher fruchtiger „Absacker“ aus Tequilla, Maracujalikör, Orangensaft und Grenadine und sogar Kinder finden mit dem Cocktail „Tortuga Boba“ (faule Schildkröte) ein neues Trinkerlebnis aus Kiwisaft mit Coca Cola.
Sichtbarer historischer Hintergrund
Um die historische Bedeutung dieses Ortes zu unterstreichen, sitzt eine Skulptur des großen deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt ganz leger auf der Terrassenmauer. Direkt dahinter prangt eine Gedenktafel an der Wand. Alexander Freiherr von Humboldt (1769 – 1859) war nicht nur einer der wichtigsten Naturforscher und Botaniker seiner Zeit, sondern seine Figur ist eng mit Spanien und Teneriffa verknüpft. Im Jahr 1799 brach er im Auftrag der spanischen Krone zu einer Forschungsreise nach Südamerika auf. Dabei legte er einen einwöchigen Zwischenstopp auf Teneriffa ein, bevor er den Atlantik überquerte. Schon als Kind träumte er davon, den sagenumwobenen Drachenbaum zu sehen. Diesen Traum erfüllte er sich während seines Aufenthaltes. Aber nicht nur das: Mit einem Führer erklomm er zu Fuß den Pico des ehrwürdigen Teide. Seine Reiseerinnerungen hielt er in einem Tagebuch fest, das mittlerweile Grundlage vieler Bücher um diesen außergewöhnlichen Forscher ist. Aufgrund dieser Eintragungen weiß man auch, welch tiefen Eindruck Teneriffa bei Alexander von Humboldt hinterlassen hat. In Erinnerung an eben dieser Stelle, an der heute der Mirador zu seinen Ehren errichtet ist, soll er geschrieben haben: „Obwohl ich so viele beeindruckende Länder bereist habe, habe ich nirgendwo ein Bild gesehen, das mich so tief berührt hat, wie das abwechslungsreiche Relief, die sanften Hügel, die Vielfalt und Harmonie der Nordwestküste Teneriffas“.
Obwohl der Blick heute nicht mehr über reine Landschaft, sondern über das Orotavatal mit dem Teide als Krönung und der Küste von Puerto de la Cruz reicht, kann man auch heute noch die Emotionen von Humboldt nachempfinden. Dieser Ausblick erzeugt einfach Glücksgefühle.
Das Restaurant ist von 8 bis 23 Uhr geöffnet. Besonders angenehm ist, dass sich das Preisgefüge, trotz der historischen und touristischen Bedeutung des Ortes, durchaus in einem normalen Rahmen bewegt.
Quelle Kanarenexpress
Freitag, 2011-04-08 09:53
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